Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Lehrerbetriebspraktikum bei Hydro +++

Bericht vom Lehrerbetriebspraktikum bei der Fa. Hydro in Grevenbroich


Zeit vom 19.09. bis 30.09.2005 und
vom 17.10. bis 04.11.2005

von Herrn Fink, Hoiboom, Klaff und Zöller

Im Kooperationsvertrag zwischen Hydro-Aluminium und der Katholischen Hauptschule vom 27.04.2005 wurde unter anderem vereinbart, dass Schüler und Lehrer an einem Praktikum teilnehmen können.
So hatten vor und nach den Herbstferien 12 Schüler der neunten und zehnten Klassen sowie die Lehrer Fink, Hoiboom, Klaff und Zöller die Möglichkeit die Ausbildungswerkstatt von Hydro-Aluminium einige Wochen zu besuchen.
Die Schüler und Lehrer wurden mit der notwendigen persönlichen Schutzausrüstung und einem Firmenausweis ausgestattet und vom Ausbildungsleiter Herrn Geißen sowie den Ausbildern Peschke, Schiwi, Spiegelhoff und Weuffen herzlich begrüßt.
Erfreut haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Kooperationsvertrag im Eingangsbereich der Ausbildungswerkstatt am Schwarzen Brett aushängt und somit den Mitarbeitern stets gegenwärtig ist.
Um die beiden Berufe Industriemechaniker und Energieelektroniker Fachrichtung Anlagentechnik vorzustellen wurde die Praktikumszeit auf beide Berufsfelder aufgeteilt.
Für die Dauer der "Mechanikerausbildung" wurden den Praktikanten je ein Arbeitplatz mit einem Satz Werkzeug aber auch Prüf- und Messgeräte zur Verfügung gestellt, für die jeder selbst verantwortlich war.
Nachdem die verschiedenen Arbeitsmaterialien, Ausrüstungsgegenstände der Werkstatt und die notwendigen Regularien für einen sicheren und reibungslosen Ablauf besprochen waren, konnte begonnen werden.
Mechaniker-Arbeitsplatz
 
Es wurden mehrere Fertigungsaufgaben durchgeführt.

  1. Aus einem U-Stahl wurde nach einer Vorgabe ein Formstück mit mehreren verschieden große Gewindebohrungen hergestellt.

    Zeichnung U-Stück fertiges U-Stück mit Gewindebohrungen

  2. Aus einem Stahlquader und einer Gewindestange wurde eine Schraubzwinge hergestellt.

    fertige Zwinge

  3. Aus einem Blech wird ein Kerzenständer hergestellt.

    Kerzenständer

  4. Aus einem Blech wurde ein Formblech hergestellt.

  5. In eine vorgegebene Konsole werden Löcher gemäß Zeichnung gebohrt. Diese Konsole wurde später im Elektro-Grundlehrgang verwendet.

    fertige Konsole

Während der Arbeit wurden die Schüler und Lehrer von den Ausbildern angeleitet und beobachtet. Sie standen stets mit Unterweisungen, Tipps, Anregungen, Hinweisen auf mögliche Fehler oder Gefahren oder auch mit tatkräftiger Unterstützung bereit.
So wurden auch Schüler, denen es schon mal an Erfahrung oder Kraft fehlte, fachmännisch zum Abschluss ihrer begonnenen Fertigungsaufgaben geführt.
Im Einzelnen wurden folgende Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt:

-Ordnung am Arbeitsplatz,
-Benennung von und Umgang mit Handwerkzeugen der Metallbearbeitung,
-sorgfältiges Messen, Anreißen, Bearbeiten und Prüfen
-Anwendung eines Messschiebers,
-Lesen von Zeichnungen,
-Bedeutung der Beschriftung von einem U-Stahl,
-Bedienung einer Ständerbohrmaschine zum Bohren und Senken,
-Ermittlung der Bohrspindeldrehzahl,
-Schneiden von Außen- und Innengewinde,
-Handhabung einer Blechschere,
-Treiben einer Schale.


Immer wieder wurde die praktische Tätigkeit durch kurze Phasen aufgelockert und bereichert, in denen die Ausbilder in Gesprächen die nächste Fertigungsaufgabe vorbereiteten oder das vermittelte Wissen festigten.
Mit einer Kiste voller selbst gefertigter Gegenstände endete nach 1,5 Wochen der erste Teil des Praktikums.
Die zweite Hälfte stand ganz im Zeichen der Elektrotechnik.

In einem anderen Teil der Ausbildungswerkstatt erhielten die Praktikanten wieder einen eigenen Arbeitsplatz mit den benötigten Werkzeugen.
 
Elektrowerkzeuge


Anhand einer Arbeitsmappe - Elektro-Grundlehrgang - konnten die Praktikanten die verschiedensten Aufgaben bearbeiten und die Teile fertigen.
Elektrowerkstatt


(Anweisungen:  Elektro-abisolieren und Öse biegen, Elektro- Berechnen von Ösen, Elektro-Biegen von Ösen, Elektro-verschiedene Ösen biegen, Elektro-Mantelleitung auf Gitterplatte montieren).

Neben der praktischen Tätigkeit wurden Phasen eingeschoben, in denen in einem Unterrichtsraum theoretische Zusammenhänge erläutert oder erarbeitet wurden.

im Unterrichtsraum  arbeitspädagogische Unterweisung


Zum Abschluss dieser Elektro-Grundausbildung konnten die Praktikanten ihre erworbenen Fähigkeiten bei der Fertigung eines komplexen Objekts anwenden: der heiße Draht (Bistabile Kippstufe) verlangte nicht nur filigranen Umgang mit Kleinteilen, sondern auch Verständnis für Schaltkreise und für elektronische Bauteile.

Als echtes "Highlight" konnten die Schüler und Lehrer am Ende der Praktikumszeit an einem Betriebsrundgang teilnehmen. Sie konnten dabei einen ersten Einblick in die Abläufe bei Hydro-Aluminium gewinnen und erhielten eine Vorstellung von den Arbeitsplätzen.
Am Ende des Praktikums erhielten die Schüler während eines gemeinsamen Gesprächs mit den Ausbildern ihre Zeugnisse. Dabei wurden positive Leistungen hervorgehoben, aber im Einzelfall auch Schüler angesprochen, deren Engagement oder Verhalten verbessert werden muss.
Zum Schluss führten der Ausbildungsleiter Herr Geißen, die Ausbilder und die Lehrer noch ein Gespräch, in dem die Erfahrungen von beiden Seiten ausgetauscht wurden. Als Ergebnis des Praktikums und des Gesprächs nahmen die Technik- und Physiklehrer Anregungen mit, welche Themen im Lehrplan der Katholischen Hauptschule zusätzlich oder verstärkt berücksichtigt werden sollen.
Weitere Gespräche wurden für Mitte Januar 2006 vorgesehen, um die nächste Phase der Kooperation zwischen Hydro-Aluminium und der Katholischen Hauptschule vorzubereiten: Unterricht einer Wahlpflicht Gruppe Technik (9. Klasse) in der Ausbildungswerkstatt bei Hydro-Aluminium.
Der Dank der Schüler und Lehrer gilt der Firma Hydro und den für die Ausbildung verantwortlichen Mitarbeitern. Die Ausbilder haben uns während der ganzen Zeit zusätzlich zu ihren eigenen Auszubildenden betreut, uns Arbeitsplätze und Materialien zur Verfügung gestellt und uns Einblicke in die Firma gewährt.
Hydro-Aluminium hat sich als zuverlässiger und kompetenter Kooperationspartner erwiesen und uns das Gefühl vermittelt, dass hier Schüler und Lehrer aber auch Auszubildende und Mitarbeiter im Interesse der Firma stehen.