Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Ein arbeitsreicher Tag beim Gemüsebauern +++

Betriebsbesuch beim Gemüseanbaubetrieb von Herrn Otto Esser

Ein Bericht von Ralf Gerke, Daniel Nix, H. P. Fink

Am 25.04.2007 besuchten wir bei strahlendem Sonnenschein den Gemüseanbaubetrieb von Otto Esser in Jüchen-Gubberath. Begleitet wurden wir auch von Frau Eßling, die sich einmal vor Ort informieren wollte wie und wo Gemüse hier in der Nähe erzeugt wird.

Herr Esser hat uns in seiner Verarbeitungshalle begrüßt und uns über seinen Betrieb und seine Kulturen informiert.

2005 baute er eine neue Lagerhalle, weil die alte Halle zu klein geworden war. Nun besteht der Betrieb aus zwei Standorten. Das Wohnhaus und Hauptgebäude liegen in Gubberath selbst und die neue Halle steht am Ortsausgang von Gubberath.

Der Betrieb besteht seit 3 Generationen und wird momentan von dem Betriebsleiterehepaar und deren Sohn geführt. Ebenfalls arbeiten 4 polnische Arbeitskräfte in dem Betrieb.

Der Betrieb hat sich auf den Gemüseanbau spezialisiert. Es werden Blumenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Sellerie, Romanesko und Kohlrabi angebaut, gelagert, aufgearbeitet und verpackt.

Neben den Auskünften und Informationen hat Herr Esser es eingerichtet, dass wir praktische Tätigkeiten sehen und selber durchführen konnten.


1. Blumenkohl aufbereiten

Beruf des Landwirts


Auf diesem Bild können wir sehen, wie die Arbeitskräfte Blumenkohl bearbeiten, der aufgrund einer witterungsbedingten Angebotsschwemme vorher nicht verkauft werden konnte. Daher wurde er im Feld abgeschnitten, mit allen Blättern in große Holzkisten gepackt und für 1 - 2 Wochen in einem Kühlraum gelagert.

Jetzt ist die Angebotsschwemme vorbei und der Blumenkohl kann wieder zu angemessenen Preisen verkauft werden. Dazu werden von den Mitarbeitern die langen Blätter mit großen Messern entfernt und jeweils 6 Blumenkohlköpfe in Kisten verpackt. Frau Eßling war die einzige von uns, die es gewagt hat mit diesen riesigen Messern zu hantieren und einen Blumenkohlkopf aufzuarbeiten.

2. Sellerie waschen und verpacken
Eine weitere bedeutende Kultur ist Sellerie, der in dem Betrieb angebaut, in Kühlräumen gelagert wird und bis weit in das Frühjahr hinein aufgearbeitet und verkauft wird. So konnten wir sehen, wie die Sellerie-Knollen mit einer Waschmaschine gereinigt, von Hand nachbearbeitet werden und verkaufsfertig verpackt werden.

3. Spitzkohl pflanzen
Als besonderes Highlight hat Herr Esser es eingerichtet, dass wir mit der Pflanzmaschine eigenhändig Spitzkohl pflanzen durften.

Beruf des Landwirts


Hier kann man beobachten wie man den Kohl pflanzt. Die von einer Spezialfirma gelieferten Pflänzchen werden in einem Laufrad eingeführt und dann von der Maschine in den Boden eingedrückt. Nachdem dies passiert ist, stehen die Pflanzen in einer Reihe, wie man auf den Bildern sehen kann.
Wenn einzelne Pflanzen vergessen wurden, muss jemand der hinterher läuft diese einzelnen Fehlstellen von Hand nachpflanzen.

Wir haben abwechselnd alle auf der Maschine gesessen und insgesamt 8 Reihen gepflanzt. Herr Esser war mit uns recht zufrieden und hat uns eingeladen zur Erntezeit wiederzukommen und ihn dann bei der Ernte zu unterstützen.

Beruf des Landwirts


Da der Sohn von Herrn Esser gerade den Meistertitel erworben hat konnte er uns einiges über die Ausbildung und den Beruf des Gärtners sagen:

Berufsausbildung Gärtner/in, Fachrichtung Gemüsebau

Beruf des Landwirts


Berufliche Tätigkeit

Der Gärtner baut Gemüsekulturen im Freiland und im Gewächshaus an. Die dazugehörige Technik ist genauso wichtig wie artgerechte Kultur- und Pflegemaßnahmen. Auch die Qualitätssicherung bei der Ernte, Lagerung und Vermarktung ist Teil der Ausbildung.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Ausbildungsinhalte

  • Pflanzenkenntnisse und deren Ansprüche
  • Sortenspezifische Vermehrung, rationelle und umweltverträgliche Kulturführung, sowie Ernte und Vermarktung, Bearbeitung und Pflege des Bodens, Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit
  • Beratungs- und Verkaufsgespräche führen
  • Planen der Produktion, vorbereiten und kontrollieren der Arbeiten, Geschäftsvorgänge und marktwirtschaftliche Zusammenhänge
  • Betriebliche Zusammenhänge, Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  • Handhaben und Instandhalten von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen
  • Umweltschutz und rationelle Energie- und Materialverwendung
  • Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit


Prüfungen
Zur Ermittlung des Kenntnisstandes findet nach der Hälfte der Ausbildungszeit eine Zwischenprüfung statt. Die Berufsausbildung endet mit der Abschlussprüfung zum Gärtner/zur Gärtnerin. In der Abschlussprüfung werden die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse praktisch, schriftlich und mündlich geprüft.

Einsatzmöglichkeiten
Gärtnerinnen und Gärtner sind in Betrieben in der Produktion, im Verkauf oder im Dienstleistungsbereich tätig. Weitere Tätigkeitsbereiche finden Gärtner/Gärtnerinnen auch in größeren gartenbaulichen Firmen, wie Gartencentern oder Jungpflanzen- und Saatgutfirmen. Aber auch eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst, zum Beispiel in Stadtgärtnereien oder in Garten- und Parkanlagen, ist möglich.

Am Ende der Betriebsbesichtigung hat Herr Esser uns noch einmal auf die Probleme in seinem Beruf (Schäden durch Tauben, Kaninchen, Trockenheit, Schädlinge, Krankheiten, Missernten; durch Überangebot unverkäufliche Ware, schlechte Preise, Arbeit bei Wind und Wetter, manchmal körperlich schwere Arbeit, ...................) hingewiesen.

Er hat aber auch die Freuden und Erfolge angesprochen (zufriedene Kunden; erfolgreiche Gemüseproduktion trotz vielfacher Schwierigkeiten; finanzielle Erfolg wenn mal eine Kultur gelingt und sehr gut verkauft werden kann; täglich in und mit der Natur arbeiten; Übergabe eines zukunftsfähigen Betriebes an die nächste Generation; selbstständig sein; ....). Wenn man Herrn Esser mit seinem freundlichen, zufriedenen und fröhlichen Wesen erlebt und sieht wie überaus fit er mit seinen 60 Jahren ist, dann erkennt man, dass die Freuden und Erfolge deutlich überwiegen und er seinen Beruf sehr gerne ausübt.

Sein glaubhaft vorgetragenes Lebensmotto und seine Empfehlungen an uns lauten daher:
  • lasst euch nicht entmutigen, auch wenn es mal hart ist und ihr euch durchbeißen müsst;
  • macht das, was ihr machen müsst so gut es geht und mit Freude;
  • seid euch nicht zu schade für unangenehme Arbeiten wenn sie zu eurem Beruf gehören.

Für alle, die diese Punkte beherzigen, körperlich belastbar sind und gerne in der Natur arbeiten sieht Herr Esser gute Chancen im Bereich der grünen Berufe. Diese Branche hat ihr Tal durchschritten und braucht junge Menschen, die sich engagieren.

Am Ende der Betriebsbesichtigung hat Herr Esser uns mehrere Gemüseproben für die Schulküche mitgegeben.
Wir bedanken uns für die Spenden, die lebhaft vorgetragenen Informationen, die praktischen Demonstrationen und die Zeit, die Herr Esser uns zur Verfügung gestellt hat.
Wir wünschen Gesundheit, alles Gute und viel Erfolg im Betrieb (auch mit dem von uns gepflanztem Kohl).
Wir haben zu dieser Besichtigung auch eine kleine Bildershow erstellt.
Wer mehr von ihr sehen möchte, klickt bitte auf Gemüseanbau
Herr Fink hat bei diesem Besuch auch zwei kleine Videofilme gedreht, die wir hier gerne zeigen möchten.
Diese öffnen in einem neuen kleinen Fenster.
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