Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Beten für den gläubigen Christ ist wie das Essen eines Hungrigen +++

Fragt ein Schüler seinen Rabbi (jüdischer Gesetzeslehrer):
"Meister: Zeige mir, wie ich beten kann."
Sagt der Rabbi: "Kann ich es dir zeigen? Ich kann es nicht".
Schüler: "Bist du denn nicht ein Lehrer der Religion?"
Rabbi: "Eben deswegen. Beten lernt niemand durch Wissen und Können, sondern durch Erfahren und Leben. Was immer ich weiß, ich kann es dir nicht ersparen, dich selbst zu suchen. Selbst musst du in den Brunnen springen."


Beten hat nichts zu tun mit frommem Gerede oder Nachplappern von Gebetstexten.
Wenn ich bete, sage ich Gott, was mich freut, worüber ich mir Sorgen mache, was mir Angst macht.
Gott achtet nicht darauf, ob meine Worte und Sätze wohl geformt sind, ob ich mich richtig ausdrücke. Für Gott ist wichtig, dass ich mich an ihn wende. Ich öffne mich ihm ganz, ich werde vor ihm durchsichtig. Das kann ich so total vor keinem Menschen. Bei Gott kann ich mir das leisten. Gott ist keine Plaudertasche. Der hält ganz dicht. Bei ihm bin ich absolut aufgehoben.
Beten kann vieles heißen: Wenn mir die Worte fehlen, male ich vielleicht ein Bild, weil ich das besser kann. Oder ich tanze, oder werde einfach nur ganz still, oder gehe spazieren, oder höre gute Musik, oder mache eine Kerze an, oder Beten ist alles, was zu meinem Leben gehört, was ich ernst meine und wo Gott in meinen Gedanken ist.
Also keine Angst davor, nicht beten zu können. (denn das ist auch schon beten) Jeder, der es möchte, kann es auch.

Wer Lust hat, diese Gebetsecke mit seinem Lieblingsgebet zu erweitern, der ist dazu herzlich eingeladen. Einfach den Text Herrn Opitz, Herrn Herzhoff oder irgendeinem anderen Lehrer mitgeben, mit der Bitte um Weiterleitung an Herrn Opitz.
Natürlich können es auch Bilder oder Geschichten sein, die etwas mit Beten zu tun haben. Einige Schülerinnen und Schüler haben ihre Gebete schon einstellen lassen. Also nichts wie ran.

Peter Herzhoff


Gebete und Gedanken, die Schüler der 9. Klasse aus dem Schuljahrgang 06/07 schriftlich niedergelegt haben.


Ich danke dir, dass es viele schöne Dinge gibt, die ich mit dir, Gott, erleben kann. In meinen dunklen Tagen bist du natürlich auch bei mir und beschützt mich. Dafür bin ich dir sehr dankbar.




Ich danke dir, dass ich Freunde und Familie habe, die für mich da sind, wenn ich sie brauche.
Auch wenn ich mich mal alleine fühle, ist doch immer einer da, der mich versteht und mir zuhört. Ich wüsste nicht, was ich sonst täte. Ich danke dir, dass ich sie habe. Amen.




Ich fühle mich schuldig für dass, was ich getan habe. Ich fühle mich schuldig für dass, was ich nicht getan habe.
Warum fühle ich mich schuldig?
Fühle ich mich schuldig für die Vergangenheit oder fühle ich mich schuldig für die Zukunft? Was kann ich tun, damit ich mich nicht mehr schuldig fühle?




Ich danke dir, dass ich leben kann, dass ich gesund bin, dass es meinen Freunden und meiner Familie gut geht. Ich hoffe, dass mein weiteres Leben so gut läuft. Schenke mir Kraft! Amen.




Lieber Gott!
Hoffentlich bleiben alle meine Freunde und Bekannten gesund. Besonders viel Glück wünsche ich meiner Familie und meinem Freund. Ich habe Angst, dass ich alle, die mir ans Herz gewachsen sind, verliere. Bitte hilf mir, dass ich in der Schule weiterhin gut bleibe, und dass ich mit einem guten Abschluss von dieser Schule gehe. Amen.




Hoffentlich geht es meinen Eltern gut. Ich habe Angst, sie zu verlieren. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie tun würde. Ich fühle mich manchmal schuldig, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Es macht mir aber Mut, wenn sie mir bei meinen Problemen helfen.




Ich habe Angst!
Ich habe Angst, dich zu verlieren.
Warum tut es nur so sehr weh?
Warum musste das passieren?
Bitte verzeih mir! Amen.




Ich danke dir, dass ich viele schöne Tage miterleben durfte. Und wenn ich traurig bin, dass du bei mir bist. Ich hoffe, dass es noch lange so bleibt und ich gesund bleibe und meine Freunde und Familie auch.




Warum nur?
Warum müssen Menschen sterben, die in Unschuld und in Frieden gelebt haben, die Menschen dabei geholfen haben, auch schwere Zeiten zu überstehen?




Ich danke dir, dass ich meinen ersten Schritt zu meinem großen Ziel machen durfte.
Ich fühle, dass mein Weg noch lang und schwer ist, aber ich bin fest entschlossen, mein Ziel zu erreichen.




Ich danke dir, dass du immer bei mir bist, wenn ich dich brauche oder gebraucht habe.
Oh Herr, immer wenn ich was zu sagen hatte, habe ich es dir gesagt. Wenn ich was zu beichten hatte, habe ich es dir gesagt. Ich könnte lauter Sachen sagen, aber was ich eigentlich ausdrücken möchte ist: Ich danke dir, dass du bei mir bist.




Ich danke dir, dass ich gute Freunde auf dieser Welt habe. Ich hoffe, dass ich nicht sitzen bleibe.




Ich danke dir, dass du immer bei mir bist. Es macht mir Mut, andere kämpfen zu sehen. Ich fühle mich schuldig, bei allem, was geschehen ist. Warum kann man seinen Problemen nicht einfach aus dem Wege gehen? Hoffentlich wird in Zukunft alles gut!




Gebete und Gedanken, die Schüler einer 9. Klasse aus dem Schuljahrgang 05/06 zu einem Bild des Militärarztes Kurt Reuber
(Stalingrad-Madonna: www.fotos-geschichten.at/zaryzynstalingradwolgograd.htm)
geschrieben haben.:


Weihnachten, das Fest der Liebe
ohne Hass, Tod und Lüge.
So heißt es und so soll es sein,
doch es ist nur trügerischer Schein.
Weihnachten wie jeden Tag:
Verderben,
wo genau so ständig Menschen sterben.
Vergessen sind Hass, Tod und Lüge,
oh, Weihnachten, das Fest der Liebe!


Max, 9b




Weihnachten
Familie, Geborgenheit
Freunde, Frieden, Verständnis,
Hilfsbereitschaft, Freunde, Zusammenhalt, Gemeinsamkeit
Liebe


Patricia, 9b




Der Abend mit der Familie, die Liebe und Wärme im Raum,
der Spaß, der Glaube,
der Wein, das Brot,
das Essen auch in größter Not.
Nur das gibt's an einem Abend,
wo Liebe in die Welt getragen:
am Weihnachtsabend.


Tamara, 9b



Friede
trügerischer Friede
die Welt so fern der Liebe.
Es ist doch Weihnachten,
wie wir es so oft verbrachten.
Die Harmonie komponiert wie
eine Symphonie.
Ist alles nur gestellt?
Die große heile Welt an Weihnachten
sehen wir statt Liebe Kriege
und statt Frieden zählt Siegen.
Denn wo andere Armeen rücken,
kann der Zauber dann noch verzücken?


Kevin, 9b




Gedanken einiger Schüler der Klasse 10d aus dem Schuljahr 04/05 zur Meditation "Weg":


Ich verbinde mit dem Bild, dass auch ein nicht immer gerader Weg ans Ziel führt. Dies kann ich auf das Leben übertragen. Speziell auf meine bisherige Schullaufbahn. Der Weg verbindet die einzelnen Häuser, dies aber nicht auf direktem Weg.

Manchmal ist das Leben wie auf dem Bild. Man fühlt sich alleine gelassen und geht alleine durchs Leben.
Das Leben ist wie ein endloser langer Weg und man denkt, man erreicht nie sein Ziel.

Ungewissheit zwischen zwei Parteien: Welcher Weg ist der Richtige? Was geschieht, wenn ich den Falschen nehme? Ich will weg, aber weiß nicht, wohin. Das Leben bietet so viele Möglichkeiten. Bei einem Streit zwischen zwei wichtigen Personen wird man ungewiss: Was soll man tun?

Es sind viele Leute im Labyrinth. Sie suchen alle einen Weg heraus. Das Bild zeigt wie es im Leben ist - man muss sich entscheiden, welchen Weg man nimmt. Man könnte sich zusammen tun, um den Weg so schneller zu finden. Es gibt oft Sachen, wo ich mich entscheiden muss, welchen Weg ich nehme. Ich finde das Bild ganz gut, weil es das Leben wiederspiegelt so wie es ist. Man muss im Leben auch viele und wichtige Entscheidungen treffen und ist dann auch auf sich alleine gestellt.

Ein endloser Weg voller Hoffnung, Liebe, Gefühle, Gefahren und Glück wie im richtigen Leben. Ich habe mich für dieses Bild entschieden, weil es dem Leben und der Hoffnung entspricht. Für mich ist das Leben wie ein Abenteuer mit Gefahren und Liebe. Die Straße auf dem Bild ist schwer zu gehen und Leben ist auch eine schwer begehbare Straße. Manchmal kommt man von dem Weg ab, aber man findet ihn wieder. Ich habe auch manchmal schlechte Zeiten gehabt, wo es schwer war, aber ich komme immer auf den richtigen Weg. Ich nenne dieses Bild: Weg des Lebens.


Persönliche Gebete der 10d:

Das Leben ist wie eine Uhr, es vergeht Stunde um Stunde. Arbeiten gehört dazu wie die Luft zum atmen.
Man muss den richtigen Weg finden, um ans Ziel zu gelangen und man darf sich nicht in die Irre führen lassen.
Für manche ist die Tür zur Wahrheit verschlossen, weil sie die Wahrheit noch nicht verkraften.
Man darf nicht blind durchs Leben gehen und Probleme übersehen.
Man muss seine Träume verwirklichen und nach den Sternen greifen, auch wenn sie noch so weit weg sind.
Man darf nicht erwarten, dass es den Weltfrieden irgendwann gibt, denn Hasser und Neider gibt es überall auf der Welt.
Man muss lernen zu teilen und im Leben weiter zu kommen und etwas zu erreichen.

Corinna S.




Herr,
das Leben ist wie eine Uhr,
du gibst uns das Leben und nimmst uns mit in den Tod.
Du hast uns viele Fähigkeiten gegeben,
der eine kann dies, der andere kann das.
Der eine rechnet schnell, der andere kann gut zeichnen,
ein anderer kann gut schreiben, der nächste erzählt spannend und wieder ein anderer ist ein guter Freund.
O Herr,
mach die Tore auf und lass uns nicht vor ihnen stehen.
Schenke deinen Helfern das Wort, um es uns zu erzählen.
Den Weg, den wir dann gehen, soll dein Weg sein.
Wir wollen uns nicht vor deinen Worten vergraben.
Wir flehen dich an:
Bitte hilf uns das Leben zu meistern.
Wir wünschen uns den Frieden für alle Menschen auf der Welt.
Gib uns Frieden jeden Tag!
Lass uns nicht allein. Denn du hast uns versprochen, stets bei uns zu sein.
Weil du uns Brot gibst, sind wir alle in Sicherheit.
Herr,
du bist jederzeit bei uns.
Halt die Hände über uns, was auch immer kommen mag!
Amen

Jenny




Der Alltag beginnt wieder. Immer wieder dasselbe.
Jeden Tag muss man wieder zur Arbeit, jeden Tag das selbe.
Manche glauben, der Himmel wäre die Erlösung von allem hier.
Doch es gibt kein Ausweg aus allem hier.
Irgendetwas hält einen hier und lässt einen nicht einfach mal was anderes machen. Man versucht mehr zu erreichen und zu greifen, doch es gelingt meist nicht. Einfach frei zu sein wie eine Taube, wäre mal was anderes, was Tolles. Viele wollen das selbe im Alltag erreichen, doch nur manche schaffen es dann auch wirklich.

Sabrina K.




Der Alltag kommt, jeden Tag dasselbe.
Und es kommt mir so vor, als ob mir jeder Tag weglaufen würde.
Ich weiß nicht, welchen neuen Weg ich gehen kann.
Was ist das beste für mich? Was kann ich ändern?
Vielleicht kann Gott mir helfen mein Leben zu ändern.
Die Türen sind doch für jeden offen, doch bis ich das schaffe ist es noch ein langer Weg.
Man denkt nach.
Das Leben ist zu kurz, um es zu vergeuden.
Ich muss es leben - auch mit anderen.
Hand in Hand, damit ich friedlich und fröhlich leben kann.
Dies kann ich vielleicht auch, wenn ich anderen Leuten helfen kann, die auch gerne so ein Leben hätten.

Pia




Der Alltag
Jeden Tag dasselbe.
Ich stehe jeden Morgen auf und arbeite.
Ich arbeite hart - anscheinend, um mir das Leben zu erleichtern.
Doch was bringt mir das?
Es gibt so viele Wege - welcher ist der Richtige?
Diese Ungewissheit versperrt mir den Mut zu glauben.
Denn wenn du mir nicht den Weg weist, kann ich nicht an dich glauben.
Ich gehe blind meinen eigenen Weg.
Aber was passiert, wenn ich den falschen Weg nehme?
Ist der Weg des Lebens der Richtige?
Ist der Weg vorbei, wenn wir sterben?
Ist denn mit dem Tod alles vorbei?
Oder fängt unser Leben dann erst richtig an?
Wenn der Tod wirklich das Ende des Weges ist, müssen wir dann nicht das beste aus unserem Leben machen?
Ist es richtig, dass wir unser Leben mit Kriegen zerstören?
Das Leben ist viel zu kurz, um es sich durch Kriege zu zerstören.
Man sollte zusammenhalten.

Sascha





Gedanken zu Psalmen des Alten Testamentes von Schülern der Klassen 10a und 10c aus dem Schuljahr 04/05:



Die SchülerInnen der 10c und 10a haben sich in diesem Schuljahr mit den Psalmen, dem Gesang- und Gebetbuch des Alten Testamentes beschäftigt. Juden und Christen haben hier einen reichen Schatz an unterschiedlichen Gebeten. In den Psalmen wird Gott gepriesen, gelobt, bejubelt; hier ist aber auch der Ort, an dem Menschen um Hilfe schreien, ihre Feinde verfluchen und selbst Gott anklagen.
An den Psalmen kann man lernen, was beten heißt. Und obwohl die Psalmen vor bis zu 3000 Jahren gebetet und aufgeschrieben wurden, sind ihre Themen heute aktueller denn je.
Die Fragen, die die Psalmdichter damals bewegt haben, sind die aktuellen Fragen von heute:

Wer ist Gott?
Was habe ich mit ihm zu schaffen?
Warum lässt Gott das Leiden in der Welt (und bei vielen Psalmen: mein eigenes Leid!) zu?

Einige Schüler haben die sprachliche Form der Psalmen aufgenommen und ihr ganz persönliches Gebet an Gott aufgeschrieben.



Herr, wie lange noch,
wie lange muss ich noch bangen
um einen Ausbildungsplatz?
Um meine Zukunft?
Führe mein Leben auf die rechte Bahn!
Gemeinsam können wir das schaffen.




Herr, wie lange noch muss ich warten,
dass du uns hier unten hilfst?
Dass du den Menschen hilfst, wenn sie in Not sind
Oder wenn sie sterben müssen?
Du musst eingreifen,
sonst glaubt keiner mehr an dich!
Hilf den Menschen!




Herr, wie lange noch muss ich das ertragen,
das Unheil, die Schrecken, die schwere Zeit.
Herr, ich hoffe du hilfst mir!




Herr, hilf den Menschen, den guten und den bösen!
Du hast Papa sterben lassen,
war er so böse?
Und Kindern wie mir geht's dann schlecht.
Das ganze Leben hast du kaputt gemacht.
Zeige mir deine Hilfe!




O Herr, ich suche dich,
doch trotzdem finde ich dich nicht.
Wo bist du?
Warum antwortest du nicht?
Existierst du überhaupt?
Siehst du uns nicht?
Liebst du uns nicht?





Was wären wir ohne dich?
Im Innersten weiß ich:
Es gibt dich!




Herr, danke, dass ich den Abschluss geschafft habe,
den ersten Abschnitt meines Lebens.
Hilf mir, so schnell wie möglich eine Lehrstelle zu finden,
Herr, lass mich nicht auf der Straße stehen,
Danke, Herr, Danke!




Ich habe es wirklich
Geschafft
O Herr, ich habe die Schule
Vollbracht
Vorerst
Die nächste Hürde wartet schon
Lehre oder das BBZ
Werde ich auch dies
schaffen?
Vollbringen?
Oder schafft dies mich?
Herr, ich vertraue auf deine Hilfe





O Herr, ich danke dir, dass ich meinen Abschluss erreicht habe,
dass ich den ersten Abschnitt meines Lebens abgeschlossen habe.
Doch schaffe ich auch meine Ausbildung und die Berufsschule?
O Herr, hilf mir, dass ich dies schaffe und stehe zu mir.
Herr, lege deine weise Hand über mich und achte auf mich,
was immer auch kommen mag.




Herr, die Schule hat mich so manches Mal geschafft,
doch jetzt Herr, habe ich die Schule geschafft.
Herr, ich danke dir, dass ich die Schule
ohne Schwierigkeiten hinter mich gebracht habe.
Dank dir habe ich den ersten Lebensabschnitt gemeistert. Danke.




Danke auch Herr, dass ich eine Lehre habe.
Danke Herr, dass ich so tolle Eltern habe,
die zu mir halten und die mich unterstützen.
O Herr, gib mir die Kraft meinen weiteren Lebensweg zu gehen.