Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Hydro-Kooperation: Berufsbild zum Maschinen- und Anlagenführer +++

Der Maschinen- und Anlagenführer

Betriebsbesichtigung der Neunklässler bei Hydro

Am Donnerstag, den 13.11.2008 fuhren 10 Schüler der neunten Klassen zu Hydro Aluminium, dem Kooperationsunternehmen der Katholischen Hauptschule. Ziel war es, den Schülern und Herrn Fink die Berufsausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer zu erläutern und die Arbeitsplätze bei laufender Produktion zu zeigen.
Der Ausbildungsleiter Herr Geißen begrüßte uns im Unterrichtsraum und gab uns zuerst einen Einblick in das Unternehmen Hydro:
  • größter Aluminium-Produzent in Europa
  • 22.000 Mitarbeiter, davon 6000 in Deutschland
  • zu 50% an Alu-Norf beteiligt; von dort wird das Werk per LKW mit dem Aluminium beliefert
  • in Grevenbroich sind zurzeit ca. 75 Auszubildende beschäftigt
  • seit 2 Jahren werden Maschinen- und Anlagenführer ausgebildet.
Für weitere Informationen zu dem Unternehmen und der Produktion ist auf dieser Homepage unter:
>Kooperation mit Firma Hydro
>Betriebsbesichtigung am 02.09.2005
ein ausführlicher Bericht veröffentlicht.

Unseren Schülerinnen und Schülern standen bisher die Ausbildungsberufe Industriemechaniker und Anlagenelektroniker offen. Seit 2 Jahren bietet Hydro als erstes Unternehmen in Grevenbroich die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer an.
Herr Geißen beschrieb die Ausbildung:
  • Ausbildungsdauer:  2 Jahre.
  • Ausbildungsort:  5 Monate in der Ausbildungswerkstatt; dort werden Grundlagen der Metallverarbeitung und der Steuerungstechnik vermittelt; 3 X 4 Wochen Blockunterricht im BBZ Grevenbroich, während der restlichen Zeit wird an einer Anlage ausgebilde.t
  • Ausbildungsvergütung:  1. Lehrjahr 735 Euro brutto; 2. Lehrjahr 771 Euro brutto.
  • Prüfung:  wird an der Anlage durchgeführt, für die der Auszubildende eingestellt und ausgebildet wurde.
  • Späteres Entgelt:  1-2 Gehaltsstufen unter den Industriemechaniker, aber durch Schicht-, Wochenend- und Nachtzulage wird letztendlich der gleiche Lohn erzielt wie die Mechaniker erhalten (ca.2300 brutto).
  • Weiterbildung:  Theoretisch besteht die Chance die Ausbildung auf 3,5 Jahre aufzustocken, um die Industriemechanikerausbildung zu absolvieren (selten!).

 
Arbeitsplatz:
Der Maschinen- und Anlagenführer wird an der Produktionsanlage ausgebildet, an der er später auch arbeiten wird. Seine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass sie ordnungsgemäß funktioniert und Produkte in der gewünschten Qualität fertigt.
Die Aufgaben an einer Anlage im Einzelnen:
  • die Eingangsware kontrollieren
  • den Nachschub an Materialien sichern
  • die Anlage mit Material bestücken
  • die Anlage für einen bestimmten Produktionsauftrag einrichten
  • die Maschine bedienen und auf Schäden oder Verschleiß kontrollieren
  • kleiner Schäden beheben oder Verschleißteile auswechseln
  • die korrekte Einstellung der Anlage während des Produktionsprozesses überwachen
  • die Qualität der Endprodukte kontrollieren und das Ergebnis dokumentieren
  • bei Qualitätsmängel entscheiden was getan werden muss
  • die Anlage sauber halten
  • die Anlage gemäß der Wartungspläne warten und pflegen
  • bei Bedarf den Mechanikern zur Hand gehen
  • die Sicherheitseinrichtungen kontrollieren und instand- setzen sowie die Sicherheitsbestimmungen beachten
Im Anschluss daran durften wir mit dem Ausbilder Dieter Schmitz durch mehrere Produktionshallen gehen und die Maschinen- und Anlagenführer während ihrer Arbeit beobachten.
Als erstes fielen die zahlreichen Sicherheitseinrichtungen auf. So waren gefährdete Bereiche durch Warnfarben, mit Ketten oder Türen mit Vorhängeschlössern gesichert oder der Bereich war komplett mit einer elektronisch gesicherten Umhüllung geschützt.
Weiterhin war es sauber und durch diverse Lärmschutzvorrichtungen unerwartet leise.
Die Maschinen- und Anlagenführer kümmern sich immer im Team um "ihre" Anlage. Dabei wechseln sie täglich die Positionen an den Anlagen, damit die Arbeit nicht eintönig wird, aber auch, damit sich durch Gewohnheit keine Nachlässigkeiten bei der Sicherheit oder Qualität einschleichen.
Die Arbeit an einer Anlage ist abwechslungsreich und reicht von der Auswechslung von großen Rollen bis hin zur Beobachtung des Produktionsprozesses per Computerbildschirm.
Es fällt auf, dass die Mitarbeiter den Produktionsprozess und die Produkte häufig kontrollieren, denn der Überwachung durch die elektronischen Sensoren werden immer wieder Kontrollen durch Menschen vor- und nachgeschaltet.
Spätestens an dieser Stelle wird den Schülern klar, dass die Maschinen- und Anlagenführer in der Wertigkeit der Berufe nicht hinten an stehen, sondern dass sie an erster Stelle für die Produktion bestimmungsgemäßer Produkte verantwortlich sind.
Nach dem Schlusswort haben wir uns für den intensiven Einblick in diesen Ausbildungsberuf und in seine Arbeitsplätze bedankt.