Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Integrative Klasse - Gemeinsames Lernen und Erfahren von behinderten und nicht behinderten Schülern +++

Integrative Klasse

Lernen im Verbund von behinderten und nichtbehinderten Schülern

Mit dem "Gemeinsamen Unterricht" stellt sich die Katholische Hauptschule seit dem Schuljahr 2006/2007 den besonderen Herausforderungen einer integrativen Pädagogik.
Leitlinie der pädagogischen Arbeit in einer integrativen Klasse ist: Soviel gemeinsame Erfahrungen und gemeinsames Lernen von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen wie möglich und getrennte Förderung, wo sie notwendig ist.
Die große Heterogenität der Schülerschaft im gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern und Schülerinnen wird als pädagogische Chance für Individualisierung und Differenzierung begriffen. Verschiedenheit soll als etwas Positives und Anregendes für alle erfahren werden.
Grundidee der integrativen Klasse ist es, die beiden sich ergänzenden Prinzipien 'Individualisierung' und 'Solidarität' möglich zu machen.
'Individualisierung' bedeutet die Orientierung an den individuellen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten der Schüler.
'Solidarität' steht für wichtige soziale Erfahrungen in der Gruppe wie verständnisvolles und gleichberechtigtes Miteinander, Akzeptanz, Erfahrungen des Angenommenseins - Erleben, dass der Wert eines Menschen im Personsein, unabhängig von äußeren Merkmalen und Fähigkeiten liegt. In der Auseinandersetzung mit diesen beiden Prinzipien lernt der Schüler, sich in seiner Persönlichkeit zu sehen und sich mit seinen Fähigkeiten aber auch mit seinen Grenzen zu akzeptieren.
Die Klasse ist die konsequente Fortführung des "Gemeinsamen Unterrichts" der Grundschule in der Sekundarstufe I.
Unterrichtet wird die Klasse im Idealfall immer von zwei Lehrerinnen und Lehrern, wobei ein(e) Lehrer(in), aus dem sonderschulpädagogischen Bereich kommt. So ist es möglich, Kinder, die in bestimmten Fächern Probleme haben, zeitweise aus dem normalen Unterricht heraus zu nehmen und ihnen einen auf sie abgestimmten Förderunterricht zu erteilen. Grundsätzlich sind wir allerdings bemüht, alle Kinder in der Klassengemeinschaft zu unterrichten. Kindern, die auf Grund ihrer Behinderung den anderen gegenüber benachteiligt sind, muss bei Bedarf ein Nachteilsausgleich gewährt werden (z.B. Verlängerung der Klassenarbeitszeit, differenzierte Hausaufgaben, usw.).
Diese Form des Unterrichts verlangt ein besonderes Raumangebot. Das heißt, an den Klassenraum sollte ein kleinerer Klassenraum angegliedert sein, um individuellen Unterricht möglich zu machen. Dies ist seit Fertigstellung des Neubaus jetzt bei uns möglich.
Darüber hinaus stellt die Klasse besondere Anforderungen an die Zusammenarbeit der dort unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer. Regelmäßige Teambesprechungen und Zusammenarbeit mit Schulamt, Förderschulen, Ärzten, Jugendamt, aber vor allem auch mit den Eltern, sind unerlässlich.
Nach dem ersten Halbjahr zeigen sich die ersten Erfolge des integrativen Unterrichts. Alle Schülerinnen der Klasse profitieren davon, dass ständig eine Lehrkraft die Möglichkeit hat, während des Unterrichts kurze individuelle Hilfen zu geben.
Die Kinder lernen, untereinander Rücksichten zu nehmen, sich gegenseitig zu helfen und lassen so andere Kinder an ihren Fähigkeiten teilhaben.
Die Teamfähigkeit ist bei vielen Kindern gewachsen. In Konfliktfällen, sind viele Kinder mittlerweile in der Lage, in einer fairen Auseinandersetzung Lösungen zu finden.